Wenn sich Unternehmen nicht auf die gewandelte Mediennutzung ihrer Kunden einstellen, werden sie sie verlieren. Schon jetzt kaufen die Deutschen im Internet doppelt so viel wie die Franzosen, überflügeln sogar die Briten. Bei Produkten wie Handys, MP3-Playern oder Reisen fallen bis zu 69 Prozent der Kaufentscheidungen im Netz, auch wenn dann doch offline gekauft wird. Trotz dieser Zahlen stecken deutsche Firmen nur sechs bis sieben Prozent ihrer Werbeausgaben ins Internet.
Kurz: Sie vernachlässigen und missachten ihre Kunden. Das sei besonders fahrlässig, weil ein Kaufwilliger in keinem anderen Medium so gezielt angesprochen, so persönlich verfolgt, so speziell geortet werden könne wie im Netz -Dank google.
Quelle: Spiegel 05/2007 "Die Anzeigenmaschine"
------------------------------------------------------------------------------------------------------
Kein Medium hat sich schneller verbreitet als das Internet: Von 1997 bis 2006 stieg der Anteil der Internet-Nutzer in Deutschland von 6,5 Prozent auf 59,5 Prozent. 38,6 Millionen bundesdeutsche Erwachsene sind inzwischen online. Zu diesen Ergebnissen kommt die ARD/ZDF-Online-Studie 2006, die in diesem Jahr zum 10. Mal erhoben worden ist. Innerhalb dieser bundesweiten Repräsentativstudie wurden im April dieses Jahres 1.820 Erwachsene in Deutschland befragt.
Laut der Studie kamen 2006 gegenüber dem Vorjahr (57,9 Prozent) 1,1 Millionen "neue" Anwender hinzu. Die höchsten Zuwachsraten weisen die über 50-Jährigen auf, bei denen auch das größte Potenzial für das zukünftige Internetwachstum abzusehen ist: 60 Prozent der 50- bis 59-Jährigen nutzen inzwischen das Internet (2005: 56,5 Prozent). Unter den über 60-Jährigen, den "Silver Surfern", ist bereits jeder Fünfte (20,3 Prozent) im Netz.